Kirche in neuem Glanz

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Knapp 40 Jahre nach der Weihe wurde die Wotrubakirche in Wien-Mauer nun saniert und um ein Gemeindezentrum erweitert.

Knapp 40 Jahre nach der Weihe wurde die Wotrubakirche in Wien-Mauer nun saniert und um ein Gemeindezentrum erweitert.
Knapp 40 Jahre nach der Weihe wurde die Wotrubakirche in Wien-Mauer nun saniert und um ein Gemeindezentrum erweitert.

Kirche in neuem Glanz

Für die einen ist sie ein karger Betonbau, für die anderen eine faszinierend kompromisslose Großskulptur. Nach wie vor lockt die Wotrubakirche nicht nur Gläubige, sondern auch viele Kunst- und Architekturinteressierte nach Wien. Errichtet auf dem Georgenberg im Wiener Stadtteil Mauer bereitete der Aufstieg auf den Hügel den Mitgliedern der Kirchengemeinde sowie Besuchern Probleme. Um die Kirche für alle Menschen zugänglich zu machen, entstand der Wunsch nach einer barrierefreien Erschließung von Ober- und Unterkirche, außerdem sollte auch ein neuer Gemeindesaal in das Raumprogramm aufgenommen, dabei aber das Gesamtbild des ikonischen Bauwerks nicht gestört werden. Nach dreieinhalb Jahren zäher Verhandlungen konnte der Entwurf der Architekten formann2puschmann aus Wien schließlich überzeugen: In den Hang geschoben verschwinden die neuen Räume größtenteils im Hügel und behindern die Sichtbeziehungen zur Kirche nicht. Der neue gläserne Aufzug macht die Ober- und Unterkirche für alle Menschen leicht zugänglich. Als reduzierter Glaskörper integriert er sich zurückhaltend in das Außengelände. Der tageslichtdurchflutete Saal in der Unterkirche ergänzt den Erweiterungsbau und bietet Raum für das Gemeindeleben. 

Der gestalterische Bezug der Erweiterung zur Bestandskirche zeigt sich in der Materialwahl. Beton, Edelstahl, Glas und Lärchenholz bestimmen auch hier das Erscheinungsbild. Die in WU-Beton ausgeführte Sichtbetonkonstruktion hat nicht nur abdichtende Funktion, sondern trägt in heißen Sommern durch ihre hohe ­Speichermasse zur natürlichen und damit ressourcenschonenden Kühlung der unterirdischen Räume bei. In den Aufenthaltsbereichen sorgen Einbauten, Wandbekleidungen und Fußböden aus Lärchenholz für warme Farbtöne. In spannendem Kontrast zu den Holz- und Sichtbeton- Oberflächen stehen die Glas- und Edelstahlflächen von Aufzug und Fassade. Die filigranen Profile aus nichtrostendem Stahl verleihen der 3-fach verglasten Fassade zurückhaltende Eleganz. Trotz deutlich gestiegener Wärmeschutzanforderungen konnte bei der Verglasung ein Profilsystem eingesetzt werden, das mit nur 70 mm Ansichtbreite dem der Bestandsverglasung in der Wotrubakirche entspricht.

Das thermisch getrennte Edelstahl-Profilsystem setzt anstelle von Kunststoffisolatoren auf eine fachwerkträgerartige Metallverbindung und ist dadurch sortenrein trennbar. 100 prozentige  Recycelbarkeit, Langlebigkeit und Wartungsfreiheit des Werkstoffs tragen zur Nachhaltigkeit bei. (uw)

„Die Herausforderung bei der Gestaltung der Glasfassade des Zubaus lag darin, die optischen Anforderungen der sehr schlanken Edelstahlprofile der Fenster der bestehenden Kirche aus den 1970’er Jahren, mit den bauphysikalischen Anforderungen einer zeitgemäßen Dreifachverglasung zu verbinden“ (formann ² puschmann I architekten zt-gmbh).